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21.09.10: Jetzt ist wieder Aufräumzeit im Garten
Ein Beitrag von Rainer Gildhuis zur Coesfelder Laubdebatte:

Jetzt ist wieder Aufräumzeit im Garten. Bäume und Sträucher müssen geschnitten und Laub zusammengerecht werden. Das reichlich vorhandene Material sollte zur Anlage eines Laub- oder Reisighaufens genutzt werden. Dabei auf die Verwendung von Laubbläser oder -sauger zu verzichten, ist nicht nur ein wertvoller Beitrag zum Schutze der Natur sondern schont auch die Nerven vieler Nachbarn.

„Überflüssig wie ein Kropf!“ Mit diesem vernichtenden Urteil nahm das Bundesumweltministerium bereits 1996 zu dieser Art der maschinellen Aufrüstung in den Gärten der Bundesbürger Stellung. Trotzdem läuft der Umsatz mit den extrem lärmenden Luftbesen wie geschmiert. Kaum ein Baumarkt oder Discounter der zurzeit keinen Laubbläser oder -sauger anbietet. Dabei sind die Geräte mit Zweitakt-Motoren mit bis zu 115 Dezibel laut wie Presslufthämmer.

Das Versprechen der Anbieter solcher Geräte, dass es mit dem Sauger praktisch "keine unerreichbaren Flächen" wie große Hecken, Randbepflanzungen oder Lichtschächte mehr gebe, ist da biologisch eher beunruhigend. Denn geht es "mit starkem Strahl bis in den letzen Winkel" ist eine Gefährdung zahlreicher boden- und krautschichtbewohnender Kleinlebewesen nicht zu vermeiden. Käfer, Spinnen, Tausendfüssler, Asseln, Springschwänze und Amphibien haben dem Turbo-Blas- oder Saugstrahl kaum etwas entgegenzusetzen. Selbst für Igel und ihre Jungen können diese modernen Luftbesen lebensbedrohlich sein, da die Saugkraft zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Ganz zu schweigen von Laubsaugern mit Häckselfunktion.

Daher appelliert der NABU Naturschutzbund an Gartenbesitzer und Stadtgärtnereien, auf Laubsauger zu verzichten und lieber zu Besen und Rechen zu greifen oder das Laub auf Beeten und Rabatten gar liegen zu lassen. Denn Laub ist kein Abfall, sondern ein Rohstoff, bei dessen Verwitterung dem Boden wieder wichtige Nährstoffe zugeführt werden. Außerdem schützt die Laubdecke den Boden im Winter vor Frost und Gehölzen, Stauden und Blumenzwiebeln dient sie als natürlicher Wintermantel.

Der Laub- oder Reisighaufen ist zudem ein unverzichtbarer Bestandteil eines lebendigen Gartens. Igel, die jetzt mit der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf beginnen, nutzen ihn gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit ebenso wie viele Kleinlebewesen, die sich dorthin zurückziehen.

Rainer Gildhuis
NABU-Station Münsterland